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Ein Bitterporno türkischer Industrieschokolade oder die Tafeln im Praxistest.
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Die ständig ungeplant wachsende Heimat hat keine Navigation. Nicht, weil wir das nicht können. Sondern damit es Gelegenheit zum Streunen gibt. 
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Hörproben auf Soundcloud

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Die Heimat in den Medien


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Identität ist niemand Konkretes.

Jeder kann immer wieder 140 Zeichen lang Krishna Mustafa sein:
Twittern Sie Ihre Leseeindrücke, Ihre Lebensweisheiten, Ihre Freude, Ihren Frust
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Heimat, was ist das eigentlich? Findet man die Heimat im Reisepass, im Meldeschein oder der Geburtsurkunde? Oder ist Heimat eher ein Gefühl?

Für die meisten Menschen ist Heimat ein Ort, mit dem man ein bestimmtes Gefühl verbindet. In diesem Sinne kann ich mit dem Begriff nicht viel anfangen, einfach weil Gefühle von Verbundenheit, Geborgenheit und Sicherheit keine Resonanz gefunden haben in dem Raum, in dem ich aufgewachsen bin.
So ist Heimat für mich frei geworden als Begriff, den ich selber füllen konnte. Mit Literatur, mit Musik und mit Menschen, die mir das Gefühl von Verbundenheit und Kontakt geben können.

Sind Faktoren wie kulturelle Identität, Herkunft und Wurzeln wichtig dafür, was für ein Mensch man ist?

Menschen kommen mit bestimmten Veranlagungen und Energien zur Welt, danach werden sie frühkindlich geprägt. Das ist für mich das Was – das, was das Individuum ausmacht. Kultur und Herkunft bestimmen dagegen das Wie – wie sich dieses Was zeigt. Was wir kulturelle Identität nennen, halte ich für ein Konstrukt, eine Fiktion. Es gibt keine eindeutige kulturelle Identität, sie speist sich immer auch daraus, was über diese Kultur erzählt, wiederholt und behauptet wird. Und auch wenn sie nicht abgrenzbar ist, muss sie dennoch immer abgegrenzt werden, eben weil die Grenzen nicht klar sind. Die Kultur hat immer auch blinde Flecken, was an den Projektionen und Spiegelungen erkennbar ist. Es ist normal, dass man in dem anderen immer zuerst das Fremde sieht und nicht das Eigene. Aber das Eigene ist in gleichem, wenn nicht sogar in größerem Ausmaß enthalten.

Teil des Blicks auf das Andere, auf die fremde Kultur, sind immer auch Zuschreibungen, Klischees, mit denen man das Fremde zu beschreiben versucht. Sagen solche Stereotype mehr aus über die fremde Kultur oder über die eigene?

Stereotype entstehen ja auf zwei Arten. Die eine ist, dass Dinge, die auf den ersten Blick wahr erscheinen, so lange wiederholt werden, bis man sie mit der Wahrheit verwechselt. Wobei die Wahrheit bei näherem Hinsehen viel komplexer ist. Ein Beispiel für ein solches Stereotyp wäre: Die Deutschen sind pünktlich. Erscheint wahr, aber wenn wir hinschauen, gibt es auch in diesem Land hunderttausende Menschen, die regelmäßig zu spät zur Arbeit kommen.

Die andere Art der Stereotype ensteht dadurch, dass eine Lüge so oft wiederholt wird, bis sie mit der Wahrheit verwechselt werden kann. Ein Beispiel ein solches Stereotyp wäre das Bild, das im Westen vom Harem der Osmanen vorherrschte. Es hat wenig mit der Realität zu tun.

Es ist typisch für Klischees, dass sie auch etwas über denjenigen aussagen, der sie reproduziert. Solche Projektionen und Spiegelung sind normale menschliche Verhaltensweise, führen aber in Sackgassen, wenn man sie nicht durchschaut.

Normal ist auch, dass man selber immer blinde Flecken hat und die Wahrheit vielschichtiger ist als das Klischee. Ein Beispiel: Der Türke gilt als emotionaler, leidenschaftlicher, gefühlsgesteuerter als der Deutsche, dem eher Rationalität und Effektivität nachgesagt wird. Ich erlebe allerdings die Autofahrer in der Türkei bei deutlich chaotischerem Verkehr als sehr viel entspannter, rationaler. Es steht im Vordergrund, wie man so schnell wie möglich voran kommt, während in Deutschland häufig eine emotionalere Fahrweise vorherrscht, es wird mehr geschrien, es wird mehr auf seinem Recht beharrt und die Fahrweise der anderen wird häufiger temperamentvoll kommentiert. Dadurch, dass man das emotionale Element in das Fremde auslagert, verliert man die Sensibilität für die eigenen Verhaltensweisen, die sich aus genau diesem Element speisen.

Du bist selbst Deutschtürke und zweisprachig aufgewachsen. Empfindest du dich als jemanden, der in, oder zwischen, zwei Kulturen lebt?

Ich habe dieses zwischen zwei Kulturen leben nie ganz verstanden. Jeder Mensch erfüllt verschiedene Rollen in seinem Leben, trotzdem sagt man nie, jemand würde zwischen seinen Rollen leben. Der Arbeitgeber erwartet etwas anderes als der Partner und der etwas anderes als die Kinder und die Freunde wollen etwas ganz anderes. Je nach Zusammenhang benimmt man sich anders. Das ist völlig normal und führt auch schon mal zu Spannungen. Wenn man in mehr als einer Kultur aufgewachsen ist, kommt die Kultur halt noch hinzu.

An deinem neuen Roman hast du u.a. während eines Schreibaufenthalts in Istanbul gearbeitet. Wie hast du die Stadt erlebt?

Ich bin ja kein Freund von Metropolen, die übervoll sind und sich von Menschen ernähren. Aber Istanbul mochte ich sehr gerne, auch weil meine Zeit von vorneherein begrenzt und damit klar war: Ich werde wieder gehen. Das hat dazu geführt, dass ich Widersprüche, Irrsinn, Gentrifizierung, Chaos und Stau ohne Mühe aushalten konnte.

Die Sprache zu können hat sicherlich dazu beigetragen, dass ich mich wohl gefühlt habe. Die Kontaktfreudigkeit in unterschiedlichsten Zusammenhängen hat dazu geführt, dass ich selber offener durch die Stadt gehen konnte. Ich mochte dieses Quirlige, Lebendige, die Kreativität, die Bereitschaft, Pläne und vorgefertigte Muster zu vergessen und nach Lösungen dann zu suchen, wenn man sie braucht.

Gibt es in Istanbul tatsächlich das ganze Jahr über weihnachtliche Beleuchtung? Findet man in der Stadt tatsächlich leichter eine Kirche als eine Moschee? Und begegnet man tatsächlich christlichen Missionaren, die Gratisbibeln verteilen?

Ja, es gibt auf der Istiklal tatsächlich das ganze Jahr über Weihnachtsbeleuchtung. Und in Beyoğlu, dem ehemaligen Pera, das hauptsächlich von Europäern bewohnt wurde, gibt es wahrscheinlich tatsächlich mehr Kirchen als Moscheen. Und ja, es gibt Missionare, die in der Fußgängerzone und auf den Prinzeninseln Bibeln verteilen.

Liegt Istanbul (nicht streng geographisch betrachtet) näher an Kars – der ostanatolischen Stadt, aus der Krishnas Vater Recep stammt – oder näher an Freiburg – der deutschen Stadt, in der Krishna später lebt?

Istanbul ist eine Stadt, die auf den ersten Blick modern wirkt, westlich, an manchen Stellen amerikanisch. Somit wäre es näher an Freiburg. Auf den zweiten Blick ist diese Stadt geprägt von einer immensen Zuwanderung der Landbevölkerung in den letzten Jahrzehnten. Ist also deutlich anatolisch geprägt. Izmir, wo es diese Zuwanderung in dieser Form nicht gibt, ist in vielerlei Hinsicht eine modernere, westlichere Stadt als Istanbul.

Die gewaltsamen Proteste im Gezi-Park in Istanbul spielen eine wichtige Rolle in deinem Roman. Oberflächlich ging es dabei um den Widerstand gegen die Bebauung einer Grünfläche, aber worum ging es eigentlich?

Es geht um die Richtung, in die das Land seit Jahren steuert: weniger persönliche Freiheit, weniger Demokratie, weniger Selbstständigkeit, mehr Ausbeutung, mehr Gewalt, mehr Chaos, mehr Autorität. Der Park war nur der Auslöser, der das Unbehagen über diese Richtung zum Ausdruck gebracht hat.

Aus deutschsprachiger Perspektive ist das "Phänomen Erdogan" nicht leicht zu verstehen. Wer trägt in der heutigen Türkei das System Erdogans, wer sind seine Gegner?

Erdogan-Gegner und Gezi-Sympathisanten finden sich quer durch alle Gesellschaftsschichten und Generationen. Wer genau die Befürworter sind und wer die Gegner, lässt sich nicht so leicht in wenigen Sätzen wiedergeben.

Dass die Dinge komplex sind, kann man auch daran ablesen, dass die hiesige Lesart jahrelang war, dass Erdogan die Demokratisierung des Landes vorantrieb, indem er das Militär schwächte. Und dann hat man sich gewundert, woher denn dieser Autokrat kommt.

Dein Romanheld Krishna Mustafa beschäftigt sich viel mit dem Islam – so viel, dass er schließlich in seiner deutschen Heimat in Verdacht gerät, sich zum gewaltbereiten Islamisten zu radikalisieren. Wo verläuft der, in Zeiten, wie wir sie aktuell erleben, der Mittelweg zwischen hysterischer Panikmache und berechtigter Vorsicht?

Ich glaube nicht, dass es um einen Mittelweg geht, sondern darum, die Dinge in Relation zu setzen. Eine größere Perspektive zu entwickeln. Das war allerdings nicht das Thema des Romans, hier ging es mir eher darum, die Hysterie als Hysterie darzustellen und nicht als ein Streben nach Sicherheit.

Radikalisierung ist ja kein Problem, das dem Islam innewohnt, auch wenn das gerne behauptet wird. Genauso wenig wie Gewaltbereitschaft. Es gab und gibt scheinbar politisch motivierten Terrorismus, von links wie von rechts, es gab und gibt scheinbar religiös motivierten Terrorismus. Schuld sind aber nicht die Religion oder die Ideologie. Radikalisierung und Gewaltbereitschaft sind in erster Linie psychologische Probleme und nicht politische oder religiöse. Religion und Politik sind hier nur Zuschreibungen, die dazu beitragen, die Empathie der Menschen zu mindern. Wenn ich überzeugt davon bin, dass die andere Gruppe aufgrund ihrer Einstellung, Religion, Hautfarbe, Ethnie oder sonstwas tatsächlich anders ist als meine eigene Gruppe, kann ich sie entmenschlichen, kann ich mich innerlich so weit von diesen Menschen distanzieren, dass ich ihnen unmenschlich erscheinende Dinge antue und mir nicht denke: Das sind auch nur Mütter und Väter und Kinder, die Sorgen und Ängste und Nöte und Sehnsüchte haben, genau wie ich auch. Die Würde des Menschen ist unantastbar, sagen wir, aber sie wird antastbar, wenn ich den anderen aufgrund irgendeiner Zugehörigkeit als grundsätzlich anders betrachte als mich selber.

Die für mich interessante Frage ist, warum wir eine Gesellschaft sind, die das Problem der Radikalisierung mitproduziert. Globalisierung meint ja, dass die Grenzen weitgehend offen sind für Informationen, Waren und Geld. Aber nicht für Menschen. Wir sind die Nutznießer dieser Situation. Wir leben in einer Welt, die ungerecht ist. Es geht uns auch deswegen so gut, weil es anderen Menschen woanders schlechter geht. Ungerechtigkeit ist ein Fakt. Das scheint mir ein Ausgangspunkt zu sein, der zur Radikalisierung führen kann. Ich weiß nicht, was wir konkret dagegen tun können, aber es ist ein Gemeinplatz, dass man nicht weiterkommt, wenn man die Schuld immer nur bei den anderen sucht.

"Wieso Heimat, ich wohne zur Miete" ist ein durch und durch satirischer Roman. Wodurch unterscheidet sich eigentlich Satire in Deutschland und in der Türkei?

Wir wollen der Anschaulichkeit halber unzulässig verkürzen: Im Westen leben wir in einer Kultur, in der das Konzept der Schuld wichtig ist. Es ist richtig, jemanden öffentlich eines Fehlers zu bezichtigen und zu erwarten, dass er dafür geradesteht, sich schuldig bekennt. Die östlichen Gesellschaften dagegen sind eher geprägt vom Konzept der Scham. Der Beschuldigte soll sich nicht schuldig bekennen, sondern sich schämen. Dafür bekommt er aber auch die Möglichkeit, nicht im Mittelpunkt stehen zu müssen, er ist nicht so exponiert und man zeigt nicht mit dem Finger auf ihn.

Die Türkei ist seit Jahrzehnten ein politisches instabiles Land, was ein guter Nährboden für Satire ist. Gleichzeitig verbieten die autoritären Strukturen gemeinsam mit der Kultur der Scham frontale Angriffe. Satiriker in der Türkei wollten vermeiden, für ihre Satiren angeklagt zu werden und ins Gefängnis zu gehen. Deswegen konnten sie nicht so direkt sein. Dazu kommt, dass die türkische Kultur keine ist, in der man Dinge direkt ausspricht. Also arbeitet die türkische Satire etwas subtiler, sucht auf den ersten Blick nicht nach Schuldigen, sondern versucht Strukturen bloßzulegen, ohne deren Verursacher bloßzustellen.

Dein Romanheld Krishna Mustafa ein eigenwilliger Typ, mit einer kindlichen Naivität und Neugier begabt. Wie ist es dir in den Monaten, die du schreibend mit ihm verbracht hat, ergangen?

Ich mag Krishna Mustafa gerne, auch weil er mich anfangs beim Schreiben oft dazu gezwungen hat umzudenken. Er fühlt sich selten persönlich angegriffen, egal, was passiert, er ist fast nie beleidigt und fühlt sich nur in Ausnahmefällen ungerecht behandelt. Er hat in der Regel eine Perspektive, die es ihm ermöglicht, bei Widrigkeiten heiter zu bleiben.

In den ersten Kapiteln hat Krishna häufig so reagiert, wie ich es vielleicht tun würde und wie es auch für natürlich halte. Das musste ich dann streichen und musste diesen Schalter im Kopf finden, den man umlegen muss, damit das Ganze mehr Humor bekommt, Humor in dem Sinne, dass man auch Abstand zu der Situation findet und neue Interpretationsmöglichkeiten für das Geschehene. Dieser Schalter ist mir nach dem Schreiben geblieben und bereichert mich weiterhin.
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Fitnessflüchtlinge
nach einer Idee von Krishna Mustafa Felek

Sie sind doch alt genug, Sie müssen sich doch erinnern, diese Flüchtlingswelle damals, 2015. Das war so, als wäre ein Leck im Boot, aber keiner wollte es abdichten. Im Gegenteil, es wurden noch mehr Löcher gebohrt. Die Hinweise, dass das Schiff dann sinken würde, wurden als Panikmache abgetan. Anstatt das Schiff abzuschotten, wurden mit jedem weiteren Loch Parolen ausgegeben: Wir schaffen das, sagte die Kapitänin. Willkommenskultur, sagte das Volk.

Damit das Wasser sich nicht so alleine fühlte, wurde immer mehr Wasser eingelassen, Wasser sei erwiesenermaßen notwendig zum Leben hieß es. Wer davor warten, wurde als Wasserhasser diffamiert. Einige jubelten und spendeten Becher. Das war, bevor alle nasse Füße bekamen.

Wir wären fast untergegangen, was da kam, sprengte unsere Kapazität. Es war zu viel für Deutschland, das weiß heute jedes Kind, wir sind getaumelt unter der Last, aber wir sind nicht zusammengebrochen. Und jetzt, kaum eine Generation später, sollen wir das alles wiederholen?

Die anderen waren fremd und kriminell und frauenfeindlich, die neuen Asylanten heute, sind unserer Kultur näher und deswegen keine Gefahr? Glauben Sie, was Sie da erzählen? Haben Sie mal nur einen kurzen Moment nachgedacht?

Die Flüchtlingswelle damals war abzusehen, die ist nicht so überraschend gekommen, wie getan wurde. Die UNO hatte die Nahrungsmittelhilfe gekürzt. Deutschland hat 2015 nur halb so viel in das Welternährungsprogramm eingezahlt wie 2014. Und nun wird erneut so getan, als hätten wir es mit einer Überraschung zu tun. Das hat sich doch genauso deutlich abgezeichnet wie damals, Zucker, Maisstärke, gentechnisch manipuliertes Saatgut, Monsanto, Nestlé, Hershey, KraftFoods. Man hätte eins und eins zusammenzählen können. Natürlich sind die Konzerne nicht daran interessiert, dass die Menschen Sport treiben. Menschen, die Sport treiben, essen mehr, das ist wahr, aber sie essen die falschen Sachen. Sie wollen sich zu oft gesund ernähren, sie sind eine Wachstumsbremse für die Lebensmittelindustrie. Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Lobbyisten ein Gesetz durchdrücken würde, das jeglichen Sport verbietet. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Und dann war es nur eine Frage der Zeit, bis diese Sportler bei uns Asyl suchen würden. 

Sie werden verfolgt, Sie haben recht, das ist kein Geheimnis, ihnen drohen hohe Strafen. Das zeigt uns schon allein der Fall Maria Rodriguez aus New York, die Kassiererin, die behauptet, nur zum Bus gerannt zu sein, aber wegen Joggens zu 18 Monaten Haft verurteilt wurde. Auch das ist keine Überraschung, die Gefängnisse stehen leer seit der bundesweiten Legalisierung von Marihuana und werden nun mit Sportlern gefüllt, denen es nicht erlaubt ist, in ihrer Zelle auch nur Liegestützen zu machen.

Sie werden verfolgt, das ist richtig, aber wir können doch trotzdem nicht alle hier aufnehmen. Die Medien sind voller Ablenkungsstrategien. Es wird über den möglichen Gewinn geredet. Über die paar Athleten, die man einbürgern kann und die dann vielleicht eine Medaille gewinnen oder mit ihrem Team eine Weltmeisterschaft. Das sind singuläre Erscheinungen.

Diese Flüchtlingswelle wird schlimmer werden als die damalige. Unter dieser Welle werden wir zusammenbrechen. Gewaschen werden, wie die Surfer sagen. Gewaschen werden und mit der Wucht des Wassers gegen eine Felswand geschleudert werden. Unsere Werte, unser Sozialgefüge, unser Wirtschaftssystem, unser Verkehr, alles wird zusammenbrechen, alles.

Bei den Flüchtlingen damals war die Aufregung über die Handys groß. Jetzt kommen Menschen mit Smartwatches, auf denen jede Menge Apps sind, die ihren Puls, ihren Blutdruck, ihren Kalorienverbrauch, ihre Bewegungen, ihren Blutzucker, ihren Trainingsfortschritt messen. Wie werden die Deutschen Menschen begrüßen, die hier Asyl beantragen und dabeieine Uhr am Handgelenk tragen, die mehr kostet, als eine Angestellte im Monat verdient?

Die Sportler sind eine verfolgte soziale Gruppe und somit nach der Genfer Flüchtlingskonvention berechtigt, hier Asyl zu beantragen? Ich bitte Sie. Was soll denn an Sportarten wie Surfen oder Tennis bitte sozial sein? Zudem könnten sie sich ja jederzeit aus dieser Gruppe herausbewegen, in dem sie einfach mal still stehen oder sich auf das Sofa legen.

Die kulturellen Unterschiede sind nicht so groß, da wird eine Integration nicht so schwer fallen? Wer hat Ihnen denn so etwas aufgetischt? Und Sie haben es auch noch geschluckt. Die kulturellen Unterschiede sind immens. Sie hören doch die ganzen Syrer, die Afrikaner, die Roma und was nicht noch alles, die damals hergekommen sind. Fast zwei Jahrzehnte hier und sie können gerade mal zwanzig Worte Deutsch. Glauben Sie, das wird mit Amerikanern besser? Weil die ja so gut in Fremdsprachen sind. Die werden nichts lernen, die werden uns hier überall ihr Englisch aufzwingen, die deutsche Sprache wird verunstaltet werden. Wir werden nicht mehr Wellness-Oase sagen dürfen, sondern nur noch Spa. Es wird nicht mehr Beamer heißen, sondern Projector, sie werden uns verbieten, das Wort Handy zu benutzen, so weit wird es noch kommen.

Die kulturellen Unterschiede sind unüberwindbar. Kennen Sie einen einzigen großen amerikanischen Fußballspieler? Sind die ein einziges Mal Weltmeister geworden? Wir, wir waren fünfmal Weltmeister, das ist ein Teil unserer Identität, den sie uns nehmen werden. Fußball wird keinen Wert mehr haben, wenn uns diese Welle erstmal überrollt hat. Dann wird hier American Football gespielt. Und Baseball. Und Basketball. Niemand wird mehr wissen, wer Turnvater Jahn war.

Es geht hier nicht nur um Sport, das ist nur das, was die Lügenpresse Ihnen weismachen will.  Unsere gesamte deutsche Kultur ist in Gefahr, Sie werden sich einsam und fremd fühlen im eigenen Land, das kann ich Ihnen versprechen. 

Die werden joggen, die werden hier überall joggen. Das sind Asphaltjogger, die breite Straßen gewöhnt sind, die werden hier den Verkehr durcheinanderbringen, es wird für die Autofahrer kaum noch ein Durchkommen geben.

Weder sind diese Menschen zu irgend etwas qualifiziert, noch wollen sie hier in das Wirtschaftsleben eingegliedert werden. Weil sie sich viel bewegen, wagt kaum jemand es laut zu sagen, aber nennen wir das Kind beim Namen: Die sind faul. Die wollen nur ihren Körper gesund halten, aber nicht, damit er Leistung auf der Arbeit erbringt, sondern um damit anzugeben. Die wollen Ruhephasen zum Muskelaufbau, dass ganz Deutschland dabei abbaut, interessiert sie nicht. Unser Sozialstaat, unsere Renten, unsere Zukunft, alles wird wegbrechen wegen diesen dem Körperkult verschriebenen Dumpfbacken, die auf dem geistigen Niveau eines Vierjährigen sind.

Deutschland schafft sich ab, die Prognose war richtig, was Araber, Türken und Afrikaner begonnen haben, wird jetzt von den Amerikanern vollendet werden. Die werden mit den Sozialleistungen, die sie hier beziehen, in die Fitnessstudios stürmen und es wird keinen Platz mehr für uns Deutsche geben, auf dem Laufband, auf dem Stairstepper, an der Hantelbank. Wir werden uns ganz hinten anstellen müssen, während hirnlose Muskelpakete kaugummikauend ihre Körper auf unsere Geräte wuchten.

Von Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau und den Rechten Homosexueller haben die ja auch noch nie etwas gehört. Die Errungenschaften der modernen pluralistischen Gesellschaft werden hier in Frage gestellt. Oder haben Sie etwa schon mal etwas von einem schwulen Footballspieler gehört? Oder gar von einer Frauenbaseballliga? Die haben ganz andere Werte als wir, die sind uns nicht kulturell ähnlich, das ist eine Mär, die hier in den Medien verbreitet wird. Die Gesellschaft wird eine massive Maskulinisierung erfahren, die Frauen, die in Amerika Sport machen, eifern ja auch ausschließlich männlichen Werten nach.

Sie werden Deutschland umkrempeln, das intellektuelle Leben ist massiv bedroht und mit ihm unsere gesamte Leitkultur. Wie weiland im Peloponnesischen Krieg wird Sparta als Sieger hervorgehen, und mit dem Untergang Deutschlands wird das Ende des Goldenen Zeitalters der Aufklärung eingeläutet werden. Sie sind jung genug, wenn Sie nicht jetzt etwas dagegen tun, werden Sie das Trauerspiel noch miterleben.

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Selim Özdogan | selimoezdogan.de  | Soundcloud | Bandcamp |  Twitter